Über den Künstler

Walter Effenberger ist gebürtiger Mecklenburger.
Seine Eltern jedoch stammen aus Böhmen, wo die Sippe
der Effenberger seit dem Dreißigjährigen Krieg nachweisbar ist.

Sein künstlerischer Weg führte ihn von der Fotografie zur Malerei.
Den Grundstein dafür legte er schon früh. Nach der Schulzeit ab-
solvierte er eine Fotografenlehre und arbeitete anschließend als
Fotograf bei Siemens, dann bei der Zeitschrift »Madame« und seit
1970 bei der Firma HEIDENHAIN in Traunreut.

Die Fotografie bedeutete für Walter Effenberger jedoch niemals
nur Beruf, sondern auch künstlerische Ausdrucksform. Mit zahlreichen
kreativen Fotoarbeiten trat er in mehreren Einzel- und Gemeinschafts-
ausstellungen an die Öffentlichkeit. Durch die ständige Suche nach
ausdrucksstarken und harmonischen Fotomotiven prägte sich bei ihm
zunehmend das Gefühl für Formen, Farben und Raumaufteilung aus.

Autodidaktisch wandte er sich schließlich immer mehr der Malerei zu.
Dass diese zunehmend in der Öffentlichkeit eine gößere Aufmerksamkeit
findet als seine fotografischen Arbeiten, bestärkte ihn darin, diesen Weg
fortzusetzen. Wenn er auch als Anregung für die malerische Gestaltung
gerne seine fotografischen Motive, für die er auch Reisen zu entfernteren
Zielen unternimmt, zugrundelegt, so löst er sich doch stets vom fotogra-
fischen Vorbild.

Seine Technik läßt ihm weitesten Freiraum der Gestaltung. Die Grundierung
erfolgt in mehreren Schichten, die die Einarbeitung einer plastischen Struk-
tur ermöglichen. Bleistiftskizzen geben das Gerüst für das Motiv vor. Statt
mit dem Pinsel trägt er mit Leim angerührte Pulverfarben mit einem Stoff-
lappen auf, wobei seine Farbpalette sich meist auf Erdfarben beschränkt.
Oder aber er zeichnet mit festen Pastellkreiden auf den angefeuchteten
Untergrund und verfestigt später den Auftrag mit aufgesprühtem Binde-
mittel. Diese Arbeitsweise kommt seiner Neigung der grafischen Gestaltung
am nächsten. Das Bild wird mehr modeliert als gemalt. Ein ständiges Auf-
tragen, Vermischen und Wegnehmen der Farben und Wiederhinzufügen ergeben
ein sich stets veränderndes Bild gebrochener, meist warmer Farbtöne. Spar-
same Kreide und Kohlestriche geben den letzten Schliff.